Hohenzollerisches Landesmuseum
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Aktuelle IiQ-Präsentation

Ein Gemälde des Heiligen Nepomuk

Heiliger Nepomuk Gemälde nach Restaurierung komplett
Der Heilige Nepomuk wurde um das Jahr 1350 als Johannes in Pomuk bei Pilsen geboren. Er war ein böhmischer Priester und Märtyrer. Er starb am 20. März 1393 indem man ihn von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau stürzte. Grund dafür war ein kirchenpolitischer Konflikt mit König Wenzel IV. von Böhmen. Doch die Legende ist weitaus bekannter, seit etwa 1433. Dieser zur Folge, weigerte sich Johannes Nepomuk das Beichtgeheimnis zu verraten und zwar wollte er nicht preisgeben, was die Königin (entweder Johanna oder Sophie von Bayern) ihm anvertraut hatte. Ertränken war im Mittelalter für Geistliche die übliche Todesstrafe. Die Leiche des im Wasser Treibenden soll der Legende nach von fünf Flammen bzw. „hell glänzenden Wunderzeichen“ umsäumt gewesen sein, weswegen Johannes Nepomuk oft mit fünf Sternen um sein Haupt abgebildet wird.
Im Jahre 1721, also vor genau 300 Jahren, wurde Johannes Nepomuk zunächst selig- und weitere 8 Jahre später heiliggesprochen. Er ist der Brückenheilige und Patron des Beichtgeheimnisses. Sein Festtag ist der 16. Mai, an welchem in diesem Jahr auch der Internationale Museumstag stattfindet.
 
 
Zur Ikonographie:
Der heilige Nepomuk wird meist als kurzbärtiger Kleriker mit einem Kreuz, einem Palmzweig (Märtyrerattribut) und einem Buch (Gelehrtenattribut) in einer Hand dargestellt. Teilweise hält er auch einen Finger vor seinen Mund oder ein Putto macht einen Schweigegestus neben ihm. Sein Heiligenschein zeigt fünf Sterne, die als die fünf Buchstaben des lateinischen Wortes tacui („ich habe geschwiegen“) gedeutet werden. Als Zeichen seines kirchlichen Ranges trägt er in der Regel ein ellenbogenlanges Cape, die Mozetta, meist aus Pelz (Feh oder Hermelinfell). Weitere Attribute sind das Birett (Kopfbedeckung) und das weiße Chorhemd.
 
Die genaue Herkunft (Provenienz) dieses Gemäldes ist unbekannt. Es wird aber zumindest auf die Mitte des 18. Jahrhunderts datiert. Der Rahmen ist eher aus dem 19. Jahrhundert. Es stammt aus dem Eugenienstift aus Hechingen und hing dort im Treppenhaus zwischen dem 1. OG und 2. OG.  
Heiliger Nepomuk Gemälde vor RestaurierungHeiliger Nepomuk Gemälde während RestaurierungHeiliger Nepomuk Gemälde während Restaurierung 2Nepomuk Detail Vorher Nachher
Das Gemälde war in keinem guten Zustand, sodass es im Zuge von Restaurierungsmaßnahmen mit Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg wieder in einen schönen und sicheren Zustand gebracht werden konnte. Durchgeführt hat die Maßnahmen Alexandra Gräfin von Schwerin aus Rottenburg. Sie befreite das ca. 1,20 Meter hohe und 85 Zentimeter breite Gemälde von Schmutz, glättete es, intarsierte die Risse und Löcher, besserte Fehlstellen aus und passte es in den ebenfalls restaurierten Rahmen wieder ein. Eine Arbeit für ca. 50 Stunden. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen, der Vorher-Nachher-Vergleich macht es deutlich.